Karl Johann Schachinger

Kaufmännischer Angestellter. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1909    † 1944

 

Lebenslauf

Karl Johann Schachinger wurde am 16.8.1909 in Wien geboren. Er war kaufmännischer Angestellter. Er war Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich und des republikanischen Schutzbundes.

Verbreitung illegaler Flugblätter, Tarnung seiner illegalen Tätigkeit

1934 trat Karl Johann Schachinger der KPÖ bei. Er verbreitete illegale Flugblätter. Seine illegale Tätigkeit tarnte er als Angehöriger des Reichsarbeitsdienstes.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 4. 2. 1942 wurde Karl Johann Schachinger verhaftet und am 12. 2. 1944 zum Tode verurteilt. Am 7.4.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus der Anklageschrift vom 25. 7. 1942

„(…) war in den Jahren 1939 und 1940 im Bereich von Jedlersdorf als kommunistischer Funktionär tätig. Während dieser Zeit brachte er wiederholt kommunistische Flugschriften, die er von der kommunistischen Parteigängerin Adolfine Mikes in seiner Wohnung oder bei Straßentreffs erhielt, unter den Anhängern der KP zur Verteilung. Weiters hielt Schachinger die Verbindung mit Engelbert Magrutsch aufrecht.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


Porträt teilen